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Juli 2003: Wandergruppe des TSV Palmbach 

Wanderung durch die Waldensertäler, Teil 2

5.Tag, Mittwoch, 23. Juli 2003

Den Ruhetag nutzten wir zu einer ausgiebigen Besichtigung des Ortes. Bei Ghigo handelt es sich  im Gegensatz zu allen auf unserer Tour durchwanderten Orte um einen Fremdenverkehrsort. Wir besuchten die Waldenserkirche im Ort, in deren Gemeindesaal eine moderne Bücherausstellung mit dem Namen „Pra-libro“ stattfand. Diese wurde wie wir später erfuhren unter großem Werbeaufwand durchgeführt.  Ziel der Aktion ist, der italienischen Bevölkerung, welche in der Rangliste der Bücherwürmer in Europa ganz weit Hinten rangiert, das Buch näher zu bringen. Wir erfuhren, dass die Resonanz  auf die Ausstellung bis dahin hervorragend war.

Kennenlernen durften wir in Ghigo auch Pastor Pfannkuche, ein Deutscher, der seit nunmehr drei Jahren mit seiner Familie in Ghigo lebt und das Pfarrhaus bewohnt. Er nahm sich sehr viel Zeit für uns und schilderte uns sehr lebendig und mit sehr viel Hintergrundwissen ausführlich die Geschichte der Waldenser und Ihr Leben in den Bergtälern. In der alten Kirche von Ghigo ist zusätzlich ein sehr schönes Museum eingerichtet, welches sowohl über die Geschichte der Waldenser als auch über die  Entwicklung des Skisportes und der dazu gehörenden Ausrüstung informiert. In sehr viel Eigenarbeit der Bevölkerung und Zusammentragen der noch im Besitz der Leute gewesenen Ausrüstungsgegenstände ist das Museum zu einem richtigen Kleinod geworden. Dank Pastor Pfannkuche konnten wir das eigentlich an diesem Tage geschlossene Museum besichtigen und durch die fachkundigen Ausführungen von Herrn Pfannkuche sehr viel erfahren.  

 

 

 

6.Tag , Donnerstag, 24. Juli 2003 , Ghigo – Boblio Pellice – Torre Pellice

In Anbetracht des an unserem letzten Wandertag vor uns stehenden Aufstieges von 1450m auf 2451m und des darauf folgenden Abstieges bis 734m starteten wir bereits um 7.15 Uhr .

Beim Aufstieg merkten wir alle, dass uns der Ruhetag gut getan hatte, denn wir bewältigten die 1000 Höhenmeter   in weniger als drei Stunden. Wir hatten gehofft, vom Passübergang eine herrliche Aussicht genießen zu können, aber dichte Wolken, die sich den Berg heraufzogen verwehrten uns jegliche Sicht ins Tal. Beim Abstieg etwa 100m unterhalb der Passhöhe wurde der Nebel so dicht, dass wir enorme Orientierungsprobleme hatten und beinahe die entscheidende Abzweigung unserer Route nach „Bobblio Pellice“ verpassten. Stellenweise betrug die Sicht unter 10 Meter und wir mussten höllisch aufpassen nicht einen von uns zu verlieren. Da das Gelände zudem äußerst unwegsam war und extrem steil abfiel, war es teilweise nicht ganz ungefährlich. Es war im Grunde auf unserer Tour die einzig wirklich kritische Situation und es gingen uns beim Abstieg Gedanken durch den Kopf, was denn wäre, würde sich hier auch noch einer von uns so verletzten, dass er nicht mehr gehen kann. Glücklicherweise sind wir aber letztlich trotz des inzwischen auch noch einsetzenden Regens sicher durch den Nebel gekommen. Der Abstieg war sehr lang und mühsam und die Beine taten uns allmählich auch wieder weh. Etwas abgekämpft erreichten wir aber dann doch, zufrieden die letzte Etappe gemeistert zu haben, Bobblio Pellice.  

 

 

 

7.- 8. Tag , Freitag 25 Juli  und Samstag 26. Juli 2003, Angrogna, Torre Pellice und Umgebung , sowie 9. Tag , Sonntag, 27. Juli - Rückreise

Nach Beendigung unserer Wanderung hatten wir noch zwei Tage zur Verfügung, welche wir zu Besichtigung der Orte Villa Pellice und Torre Pelice, sowie der Umgebung von Angrogna, unserem Standort nutzten.

In Angrogna, einem kleinen Bergdorf,  welches ebenfalls über eine waldensische Vergangenheit verfügt, besuchten wir das „Monumento di Chanforan“ sowie die Höhle „Gheisas d`la Tana“, in der sich seinerzeit die Waldenser eine Zeitlang versteckt hielten. In Torre Pellice ist ein sehr großes Waldensermuseum beheimatet, in welchem wir noch einmal sehr viel über die Waldenser erfahren haben. Leider sind die Beschreibungen im Museum ausschließlich in Italienisch. Dem Museum übergaben wir das zweite uns von der Ortsverwaltung Wettersbach zur Verfügung gestellte Buch über die Ortsgeschichte von Palmbach. Wir hoffen, das es dort einen gebührenden Platz finden wird.

Unseren letzten Abend ließen wir noch einmal bei einem Glas gutem piemontesischem Rotwein das Erlebte Revue passieren , bevor uns unser Hans-Peter am Sonntag wieder sicher nach Hause brachte.

(Andreas Sutter)  

 

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